
Notfallübungen
Vorbereitet, wenn es darauf ankommt
Die Eisenbahn zählt zu den sichersten Verkehrsmitteln. Dennoch können auch hier außergewöhnliche Ereignisse auftreten – etwa Kollisionen mit Straßenfahrzeugen oder in sehr seltenen Fällen Entgleisungen. Damit im Ernstfall jede Handlung sitzt, trainiert die ODEG und ODIG regelmäßig verschiedene Notfallszenarien. Dazu gehören unter anderem Zugentgleisungen, Kollisionen sowie die Evakuierung und Versorgung von verletzten Personen.
Solche Übungen stärken nicht nur die Abläufe, sondern vor allem die Zusammenarbeit mit Einsatzkräften – für maximale Sicherheit im Eisenbahnbetrieb.
Lesen Sie hier auch einen Bericht zum Thema Sicherheit aus dem o-ton, Ausgabe 3/2013 (PDF).
Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über ausgewählte Notfallübungen der ODEG.
ODEG und ODIG trainieren Notfallszenario mit THW und Berliner Feuerwehr
Gemeinsam für mehr Sicherheit im Eisenbahnbetrieb
Im März 2026 haben die ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH und die ODIG – Ostdeutsche Instandhaltungsgesellschaft mbH gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk (THW) und dem Technischen Dienst der Berliner Feuerwehr eine umfassende Notfallübung durchgeführt.
Trainiert wurde ein anspruchsvolles Szenario: Im Bereich einer Weiche kam es in der Übung zu einer Kollision zwischen einer Lokomotive und einem GTW (Gelenktriebwagen), wodurch beide Fahrzeuge entgleisten. Ziel war es, realistische Abläufe zu proben und verschiedene technische Verfahren zur Bergung eines entgleisten Fahrzeugs praktisch zu testen.
Dabei wurden unterschiedliche Methoden zum Anheben des Fahrzeugs erfolgreich erprobt. Ebenso im Fokus stand die enge Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen.
Für ODEG und ODIG zeigt die Übung einmal mehr, wie wichtig eingespielte Partnerschaften im Ereignisfall sind. Deshalb soll die Kooperation mit dem Technischen Hilfswerk künftig weiter vertieft und perspektivisch noch enger ausgebaut werden.
Rückblick: Übungsszenario „Zugbrand“ im Jahr 2022
Großübung mit Einsatzkräften in Königs Wusterhausen.
Bereits 2022 trainierte die ODEG gemeinsam mit zahlreichen Einsatzkräften ein realistisches Notfallszenario am Bahnhof Königs Wusterhausen. In der Übung wurde ein Brand in einem Triebwagen simuliert. Dichter Rauch drang aus dem Zug, während sich rund 50 Reisende – dargestellt von Statisten – noch in den Wagen befanden. Die alarmierten Ortsfeuerwehren der Freiwilligen Feuerwehr Königs Wusterhausen rückten kurz nach der Alarmierung an und begannen unter Atemschutz mit der Brandbekämpfung sowie der Evakuierung der Fahrgäste. Parallel mussten verschiedene Herausforderungen bewältigt werden – etwa die Frage, ob der Zug noch unter Strom steht und wie der Zugang zu den verrauchten Wagen möglichst sicher erfolgen kann. Neben der Feuerwehr waren auch die Bundespolizei, die Deutsche Bahn, sowie Ortsverbände des Technischen Hilfswerks an der Übung beteiligt. Ziel war es, die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen unter realistischen Bedingungen zu trainieren und wichtige Abläufe für den Ernstfall zu überprüfen. Solche Übungen sind ein zentraler Bestandteil der Sicherheitsarbeit im Eisenbahnbetrieb. Sie ermöglichen es allen Beteiligten, Erfahrungen zu sammeln, Abläufe zu optimieren und die Zusammenarbeit zwischen Bahn und Rettungskräften kontinuierlich zu verbessern.
Simulierter Zugbrand als Einsatztraining.
Notfallübungen der Feuerwehr, DRK und ODEG auf der ODEG-Linie RE2 in Nauen
Szenario: Brand zwischen zwei Waggons des KISS mit starker Rauchentwicklung
Die ODEG - Ostdeutsche Eisenbahn GmbH führte am Samstagvormittag, 30.04.16 gemeinsam mit dem Kreisfeuerwehrverband Havelland, dem DRK und der DB Netz AG am Bahnhof Nauen eine Notfallübung durch. Die Übung mit fast einhundert Beteiligten simulierte einen Brand zwischen zwei Waggons des KISS mit starker Rauchentwicklung. Das für die Übung zur Verfügung gestellte Fahrzeug der ODEG vom Typ KISS verkehrt auch regulär auf der Linie RE2 zwischen Berlin und Wismar über Nauen.
Nachdem der Triebfahrzeugführer der ODEG, um 8.34 Uhr den Notruf an den Fahrdienstleiter bei der DB Netz aussendete, musste alles sehr schnell gehen. Die Gleise rund um das Fahrzeug wurden vollständig gesperrt. Allerdings dienten für das Manöver die Abstellgleise, um den normalen Fernverkehr nicht zu behindern. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr, des DRK und der ODEG wurden nach ihrer Ankunft am Ereignisort mit 26 Schein-Verletzten, welche im Sinne einer „realistischen Unfalldarstellung“ mit u.a. Kunstblut geschminkt wurden und spezielle Rollen zu spielen hatten, als Wageninsassen konfrontiert. Die Evakuierung des scheinbar brennenden Fahrzeuges war bis 10.10 Uhr erfolgt und die Fahrgäste wurden durch die DRK-Rettungskräfte versorgt. Allerdings „starb“ ein Herzinfarktpatient neben dem Gleis. Um 10.35 Uhr wurden die „Übungs-Gleise“ wieder vollständig freigegeben.
Notfallübungen werden jährlich von der ODEG durchgeführt, um mögliche Fehlerquellen bei Unfällen zu ermitteln und beheben zu können, und im Sinne eines realen Notfallereignisses bestmöglich vorbereitet zu sein.
„Ziel dieser Übungen ist es, allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, bei einem realitätsnahen Szenario die organisations-übergreifende aber auch interne Zusammenarbeit zu trainieren. Für die ODEG spielt das Thema Sicherheit eine große Rolle. Die regelmäßig groß angelegten Einsatzübungen geben uns wichtige Hinweise zum Optimierungsbedarf für unsere Trainings, um sämtliche Abläufe zu überprüfen und alle Gewerke richtig ineinander greifen zu lassen“, erklärt Arnulf Schuchmann, Geschäftsführer und Sprecher der ODEG.
Notfallübung in Parchim erfolgreich absolviert
Szenario: Kollision von zwei ODEG-Triebwagen bei Rangierfahrt
Das symbolische Datum Freitag, der 13. November 2015 war eher zufällig gewählt, aber irgendwie passend. Die Notfallübung, die mitten in der Nacht, um 23.27 Uhr, in Parchim begann, basierte auf folgendem Szenario:
Kollision von zwei ODEG-Triebwagen bei Rangierfahrt
Die Fahrzeuge vom Typ RegioShuttle waren unterwegs auf dem Weg in die Abstellanlage. Ein Fahrzeug ist beim Rangieren auf das andere aufgefahren. Zum Zeitpunkt der Kollision befanden sich in einem der Fahrzeuge sieben Personen und der Triebfahrzeugführer.
An der Übung nahmen ca. 60 Personen teil.
Rund 45 Tonnen bewegte Masse treffen auf stehende 45 Tonnen. Das darf nicht passieren, könnte es aber, wenn menschliches oder technisches Versagen eintreten, z. B. der Triebfahrzeugführer Fehler macht oder Signale gestört sind.
Die Notfallteams der ODEG und DB Netz AG sowie die Feuerwehren aus Parchim und umliegenden Orten und der Rettungsdienst des Landkreises Ludwigslust-Parchim mussten schnell vor Ort erscheinen und ihre Fähigkeiten zeigen. Auch das THW war mit der Beleuchtungsgruppe beteiligt und sorgte für eine gute Ausleuchtung des Ereignisortes.
Neben der Sicherung der Unfallstelle mussten alle Personen aus den Fahrzeugen gerettet und die Verletzten medizinisch versorgt werden.
Ziele der Übung waren eine Überprüfung der Informationsflüsse, das Eindringen in die Fahrzeuge, die Rettung und Versorgung von Verletzten sowie das Zusammenwirken der beteiligten Unternehmen und Organisationen.
Fotos: Pressebüro "MGB", Michael-Günther Bölsche
Gemeinsame Notfallübung im Berliner Nord-Süd-Tunnel
Berliner Feuerwehr, DB Netz AG, DB Regio AG und ODEG trainierten gemeinsam
Im Juli 2014 führten die Feuerwehr, DB Netz AG, DB Regio AG sowie die ODEG eine gemeinsame Notfallübung im Berliner Nord-Süd-Tunnel durch. Getestet wurde das Sicherheitskonzept für den Tunnel unter (fast) realen Bedingungen.
Geübt wurde zuerst die Abläufe im Falle eines brennenden Zuges im Tunnel wie die Evakuierung und Rettung der Fahrgäste, die Abstimmung mit allen beteiligen Institutionen sowie die Koordination mit der Feuerwehr zum Löschen des fiktiven Brandes.
Darüber hinaus bereiteten sich ODEG und DB Regio auf einen im Tunnel havarierten Triebzug vor. Die ODEG beteiligte sich mit einem Triebzug vom Typ KISS und DB Regio mit einem Fahrzeug vom Typ Talent 2. Die Fahrzeuge schoben bzw. schleppten sich gegenseitig in der Steigung vom Potsdamer Platz zum Bahnhof Südkreuz. Auch dieser Übungsteil wurde erfolgreich gemeistert.
Lesen dazu eine Reportage aus dem o-ton, Ausgabe 3/2014 (PDF).
Zusammenspiel mit DB Netz-Notfalltechnik
Übung: Aufgleis- und Bergungsmaßnahmen
Auch zusammen mit dem Team von DB Netz-Notfalltechnik werden regelmäßig verschiedene Möglichkeiten von Aufgleis- und Bergungsmaßnahmen geübt und anschaulich dargestellt. Geübt wird zum Beispiel mit einer hydraulischen Aufgleistechnik an der Zugspitze eines Fahrzeugs vom Typ "KISS".
Fotos: ODEG
Zusammenarbeit mit der Feuerwehr
Übung mit der Berufsfeuerwehr Görlitz
Die ODEG arbeitet eng mit den örtlichen Feuerwehreinheiten zusammen, damit diese im Falle eines Notfalls auf den Fahrzeugen der ODEG geschult sind und die Abläufe gemeinsam geprobt werden können. Beispielsweise wurde auf dem Betriebsgelände der ODEG in Görlitz eine Ausbildung zum Thema Bahnunfälle durchgeführt, bei der die Kolleginnen und Kollegen in die Brems- und Sicherheitseinrichtungen der eingesetzten Dieseltriebfahrzeuge eingewiesen wurden. Daneben wurde die Rettung einer Person, die unter einen ca. 42 Tonnen schweren Triebwagen geraten und schwer verletzt worden war, geübt. Auch die Kreisbrandmeister des Landkreises Görlitz sowie die Bundespolizei nutzten diese seltene Möglichkeit und machten sich ein Bild von der Ausbildung.
Fotos: ODEG
Übung mit der Jugendfeuerwehr in Eberswalde
Des Weiteren finden regelmäßig Übungen mit Jung-Feuerwehrleuten statt. Die jungen Retter üben unter Anleitung das richtige Verhalten in einer Gefahrensituation wie zum Beispiel die Kollision eines Zuges mit einem PKW mit Verletzten.
Fotos: ODEG































































